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Ratgeber

Auswahl industrieller Reinigungschemie: Schmutzart, Oberfläche, Dosierung

Autor: Halil Can
Kir tipi ile yüzey eşleşme matrisi ve seyreltme oranı ölçeğiyle kimyasal seçim diyagramı

In der Industriereinigung beginnt die Produktauswahl nicht mit Marken- oder Preisvergleich, sondern mit dem Abgleich dreier Angaben: Schmutzart, Oberflächenmaterial und Anwendungsverfahren. Eine Auswahl ohne diese drei ist Vermutung.

Schmutzart bestimmen

Verschmutzungen verhalten sich chemisch unterschiedlich und werden mit unterschiedlichen Produkten gelöst.

Fett- und eiweißhaltige Verschmutzungen lösen sich mit alkalischen Produkten. Das ist der Hauptschmutz in Küchen, Lebensmittelproduktionslinien und Metallbearbeitungsbereichen.

Kalk, Rost und Mineralablagerungen lösen sich mit sauren Produkten. Sie treten an Spülmaschinen, Wasserleitungen, Keramikflächen und Dampfkesseln auf.

Für Ruß und Kohlenstoff werden meist Produkte mit Alkali- und Lösemittelanteil eingesetzt.

Kommen in einem Bereich mehrere Schmutzarten vor, ist es wirksamer und günstiger, mit zwei Produkten zu arbeiten, statt ein „Alleskönner“-Produkt zu suchen.

Oberflächenverträglichkeit prüfen

Edelstahl verträgt einen weiten pH-Bereich; er ist die toleranteste Oberfläche.

Aluminium wird durch stark alkalische Produkte matt und korrodiert. Dieser Schaden zeigt sich häufig an Aluminiumblechen und -töpfen in Lebensmittelbetrieben.

Epoxid- und Polyurethanböden können durch lösemittelhaltige Produkte aufweichen; Glanz und Beständigkeit gehen mit der Zeit verloren.

Beton wird durch saure Produkte angegriffen; Kalklöser unverdünnt auf Betonböden einzusetzen ist ein verbreiteter Fehler.

Polierte Natursteinflächen (Marmor, Travertin) sind nicht säurebeständig.

Das Anwendungsverfahren verändert das Produkt

Für denselben Schmutz erfordern Handwischen, Hochdruckreinigung, Schaumauftrag und automatische Dosierung unterschiedliche Formulierungen. Schaumprodukte sind darauf ausgelegt, die Kontaktzeit auf senkrechten Flächen zu verlängern; dasselbe Produkt zum Handwischen zu verwenden ist Verschwendung. Automatische Dosiersysteme wiederum brauchen schaumarme Produkte, sonst verstopft die Technik.

Der eigentliche Kostenfaktor: die Dosierung

In den meisten Betrieben entsteht der Großteil der Reinigungskosten nicht durch teure Produkte, sondern durch Überdosierung. „Mehr reinigt besser“ ist eine verbreitete, aber falsche Annahme.

Produkte werden so formuliert, dass sie bei einem bestimmten Verdünnungsverhältnis am wirksamsten sind. Dieses Verhältnis zu überschreiten verbessert die Leistung nicht; es erhöht nur Verbrauch, Spülzeit und die ins Abwasser gelangende Chemikalienmenge. Mitunter verschlechtert es das Ergebnis durch Rückstände auf der Oberfläche.

Die praktische Lösung ist einfach: das Verdünnungsverhältnis nach Maß und nicht nach Augenmaß anwenden. In Betrieben mit Dosierpumpe oder Messbecher liegt der Verbrauch deutlich niedriger als bei Schätzung.

Besondere Sorgfalt in der Lebensmittelproduktion

Mit Oberflächen in Kontakt kommende Chemikalien müssen der passenden Klasse angehören, und das Spülverfahren ist schriftlich festzulegen. Bei Desinfektionsmitteln ist die Einwirkzeit entscheidend: Wird vor Ablauf der auf dem Etikett genannten Zeit gespült, findet keine Desinfektion statt.

Machen Sie einen Versuch

Vor dem Wechsel zu einem neuen Produkt ist ein Musterversuch der schnellste Weg, Wirksamkeit und Oberflächenverträglichkeit zu sehen. Zu messen sind: wie lange der Schmutz zum Ablösen braucht, welches Verdünnungsverhältnis nötig ist und ob Rückstände auf der Oberfläche bleiben.

Kurze Checkliste

  • Ist die Schmutzart bestimmt (Fett, Kalk, Eiweiß, Ruß)?
  • Ist das Oberflächenmaterial mit dem Produkt verträglich?
  • Wurde eine zum Anwendungsverfahren passende Formulierung gewählt?
  • Wird das Verdünnungsverhältnis nach Maß angewendet?
  • Liegt das Sicherheitsdatenblatt vor und wurde das Personal unterwiesen?

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