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Ratgeber

Sicherheitskamera auswählen: Auflösung, Objektiv und Aufbewahrungsdauer

Autor: Halil Can
Geniş açı ve dar açı görüş konilerini mesafe kotuyla karşılaştıran kamera seçim diyagramı

Der häufigste Fehler bei der Kameraauswahl ist, die Entscheidung mit der Auflösung zu beginnen. „Wie viele Megapixel“ ist keine sinnvolle Frage, solange „was muss ich an dieser Stelle sehen“ unbeantwortet bleibt.

Zuerst der Zweck: Detektion, Wiedererkennung oder Identifikation

Die Sicherheitsbranche unterscheidet drei Aufnahmezwecke.

Detektion — erkennen, dass eine Person oder ein Fahrzeug da ist. Lagergang, Umfassungsmauer oder Parkplatzübersicht gehören dazu; Weitwinkel und mittlere Auflösung genügen.

Wiedererkennung — jemanden wiedererkennen, den man schon gesehen hat. Der Personaleingang ist ein Beispiel.

Identifikation — das Gesicht einer unbekannten Person oder ein Kennzeichen lesen können. Kasse, Eingangstür und Schrankeneinfahrt gehören hierher; enges Objektiv und hohe Auflösung sind nötig.

Alle drei Zwecke kommen in derselben Anlage vor. Deshalb greift der Ansatz „wir kaufen 4-MP-Kameras für den Standort“ an manchen Stellen zu kurz und verbraucht an anderen unnötig Speicher.

Objektivwinkel: weiter ist nicht immer besser

Ein Weitwinkel zeigt mehr Fläche, aber jedes Objekt im Bild wird kleiner. Ein Weitwinkel, der ein Gesicht auf 3 Metern klar abbildet, macht ein Gesicht auf 15 Metern unkenntlich.

Praktische Regel: Am kritischen Punkt wird die Aufnahmeentfernung gemessen und das Objektiv danach gewählt. Fehlt diese Messung bei der Begehung, beruht die Objektivwahl auf Vermutung.

Nachtsicht

Kameras mit Infrarotausleuchtung liefern im Dunkeln Schwarz-Weiß-Bilder. Das genügt, um die Anwesenheit einer Person zu sehen, verliert aber unterscheidende Informationen wie die Kleidungsfarbe.

Ist Farbnachtsicht gewünscht, gibt es zwei Wege: Kameras mit lichtstarken Sensoren oder mehr Umgebungsbeleuchtung. Beides gemeinsam geplant liefert das bessere Ergebnis; nur die Kamera zu tauschen erfüllt die Erwartung meist nicht.

Aufbewahrungsdauer: der am häufigsten übersehene Punkt

Der Speicherbedarf hängt von vier Größen ab: Kameraanzahl, Auflösung, Bildrate und Aufbewahrungsdauer. Verdoppelt sich eine davon, verdoppelt sich der Bedarf etwa ebenfalls.

Nach dem Kauf des Rekorders Platten nachzurüsten bedeutet Zusatzkosten und eine Aufzeichnungsunterbrechung. Von Anfang an richtig zu dimensionieren ist günstiger.

Der wirksamste Weg, den Bedarf zu senken, ist bewegungsgesteuerte Aufzeichnung statt Daueraufzeichnung. In Lagerbereichen und nachts, wo selten Bewegung herrscht, reduziert das den Platzbedarf deutlich.

Kurze Checkliste

  • Ist für jede Kameraposition der Zweck festgelegt: Detektion, Wiedererkennung, Identifikation?
  • Wurde an kritischen Punkten die Aufnahmeentfernung gemessen?
  • Ist die Nachtsichterwartung Schwarz-Weiß oder Farbe?
  • Wie viele Tage müssen laut Vorschrift oder interner Regel gespeichert werden?
  • Ist bewegungsgesteuerte Aufzeichnung geeignet?

Sind diese fünf Antworten klar, ist die Produktauswahl einfach. Sind sie es nicht, bleibt das Ergebnis unabhängig vom gekauften Produkt Vermutung.

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